AIESEC Vienna
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Schon immer gehörte die Förderung der Führungsfähigkeiten junger Studenten und Absolventen zu den Hauptzielen von AIESEC. Innerhalb der Organisation bietet sich den Mitgliedern eine Vielzahl von Möglichkeiten, ihre eigenen und die Fähigkeiten ihrer Teammitglieder weiterzuentwickeln. Motivation, Inspiration und der richtige Führungsstil sind hier sehr wichtig.
Die Leitung eines Teams
Nach einem Einführungssemester in der Organisation, haben die Neulinge die Möglichkeit, Leiter eines Teams im Lokalkomitee zu werden. Die Rolle des sogenannten Teamleaders beinhaltet die Planung der einzelnen Schritte, die im jeweiligen Semester vorgenommen werden sollen, Motivation und Koordination der Teammitglieder und die Realisierung des festgelegten Plans. Der gesamte Prozess wird von verschiedenen Trainings, Konferenzen und Coachings begleitet. Diese werden von erfahrenen Mitgliedern, Alumni, Unternehmens- und Trainingspartnern organisiert, die den neuen Mitgliedern mit ihrem Wissen einen Rahmen für ihre Führungserfahrung bieten.
Wie man ein Trainer wird
Die nächste Möglichkeit, bei AIESEC eine Führungsposition zu übernehmen, ist, ein Trainer zu werden. Dieser soll in der Lage sein, wertvolle Fähigkeiten und Wissen erfolgreich zu vermitteln. Kurz, seinem Schützling einen Rahmen und Leitfaden bieten. So realisiert sich der Führungsgedanke durch eine Beziehung zu anderen Mitgliedern, die auf Coaching und Trainings basiert.
Konferenzen
Auf der ganzen Welt organisiert AIESEC Konferenzen, die stark darauf ausgelegt sind, Führungsqualitäten und Methoden zu vermitteln, um auf diese Weise das allgemeine Wissen, zum Beispiel über verschiedene Führungsstile, erweitern zu können. Diese nationalen und internationalen Konferenzen bilden eine Plattform, die den Austausch über sachgerechte Themen zwischen Unternehmenspartnern, aktiven Mitgliedern, Alumni und den unterschiedlichen Kulturkreisen ermöglicht.
Die Organisation einer Konferenz
AIESEC, als ausschließlich von Studenten geleitete Organisation, bietet seinen Mitgliedern außerdem die Möglichkeit, selbst eines der zahlreichen Events zu organisieren. Ein nur für diese Veranstaltung gebildetes Team kümmert sich um deren Koordination, Promotion und Ausführung. Größe und Ausmaß reichen dabei vom lokalen Aktionstag bis hin zu internationalen Konferenzen.
"Leadership in AIESEC – Practicing Leadership in the world’s largest student organization"

Am Anfang
„Die Internationale Plattform für junge Leute, um ihre Führungsqualitäten zu entdecken und weiterzuentwickeln.“
Ok, das klingt ja ganz nett, aber was steckt dahinter? Das war mein erster Gedanke, als ich vor drei Jahren über AIESEC stolperte. Ich bin immer noch überrascht, dass ich der Organisation damals beigetreten bin, da ich Studentenorganisationen eigentlich sehr kritisch gegenüber stehe. Ich denke, dass es diese lockere und offene Stimmung und die Internationalität während der Infoabende war, die mich letztendlich dazu bewegt haben, die Online Bewerbung auszufüllen. Bei AIESEC arbeiten wir ausschließlich in Teams, die entweder funktionale Aufgaben übernehmen (zB Marketing, Finance, Sales, etc) oder sich auf einen bestimmten Themenbereich beziehen (zB China, Sustainablity, etc.). Ich habe im Marketing Team begonnen. Alles, was mit Kommunikation und Branding zu tun hatte, fiel in unseren Verantwortungsbereich. Damals richteten sich unsere Aktivitäten noch hauptsächlich auf Studenten. Mir hat das unheimlich viel Spaß gemacht, aber das Wichtigste war, dass ich einen Fundus an Möglichkeiten entdeckte, der immer noch kein Ende nehmen will.
Meine ersten Schritte in einer Führungsposition
Deshalb entschied ich, mich als Teamleader des Marketing Teams zu bewerben. Das folgende Semester über leitete ich ein aus vier Leuten bestehendes Team. Damals musste ich mich zum ersten Mal damit auseinandersetzen, was es heißt, zu leiten und Teamleader zu sein. Meine Ziele und Strategien schienen zwar vollkommen in ihrer Theorie, aber sie meinem Team nahezubringen und sie vor allem in die Praxis umzusetzen, war etwas völlig anderes. Ich machte einige Fehler und erreichte nicht, was ich mir vorgenommen hatte. Trotzdem schaffte ich es – anstatt frustriert zu werden und mich demotivieren zu lassen- den Mehrwert dieser praktischen Erfahrung zu erkennen und daraus zu lernen. Ich merkte, dass es dazugehört, Fehler zu machen, um sich später verbessern zu können. Also versuchte ich, weiterhin die Möglichkeiten, die sich mir boten, wahrzunehmen.
Einen Schritt weiter
Ich entschloss mich, eine größere Herausforderung auf mich zu nehmen und wurde Vorstandsmitglied von AIESEC Wien. Ein Jahr lang übernahm ich in den Bereichen Kommunikation und Verkauf und der Organisation selbst die Verantwortung für strategische Entscheidungen. Kurz gesagt führte ich Verhandlungen mit Unternehmen, um sie als Partner zu gewinnen. Gemeinsam mit meinem Team entwarf und verkaufte ich neue Produkte, rief kreative Marketingkampagnen ins Leben, coachte und leitete drei verschiedene Teams mit insgesamt 25 Mitgliedern, sprach vor Studenten und Firmpartnern, trainierte neue Mitglieder, tauschte Ideen aus und knüpfte auf internationalen Konferenzen Kontakte. Und während alledem ging ich immer noch in die Uni.
„Es hängt alles von den Leuten ab“
Ich habe gelernt, auf Menschen mit den unterschiedlichsten Charakteren einzugehen und eine klare Kommunikation wertzuschätzen. Das ist wichtig, denn diese zwei Elemente bilden die Grundlage für jedes erfolgreiche Team. Gleichzeitig stellen sie aber auch ein ungeheures Konfliktpotenzial dar. Leute mit verschiedenen kulturellen Hintergründen zu betreuen und ein produktives Team aufzubauen, kann einem kein Buch der Welt beibringen. Man muss stets mit dem Unerwarteten rechnen.
Meine Tätigkeit hat mich gelehrt, in Stresssituationen ruhig zu bleiben. Irgendwann merkt man, dass es einfach sinnlos ist, auszurasten. Außerdem habe ich mein Zeitmanagement erheblich verbessert, die Situation zwang mich ja förmlich dazu.
Learning by Doing
Fachlich gesehen habe ich viel wertvolle Erfahrung gesammelt und gelernt, mich in der Unternehmenswelt zurechtzufinden. Durch stundenlange Verhandlungen und Gespräche mit dem Personaldirektor eines multinationalen Unternehmens, erhält man sicherlich mehr Erkenntnisse und Erfahrung, als durch einen einsemestrigen Kurs an der Uni. Effektive Kommunikation und Entscheidungsdelegation, Verhandlungsqualitäten, strukturiertes Denken und andere persönliche Fähigkeiten sind essentiell, um Dinge in die Tat umzusetzen.
Leadership in AIESEC
Insgesamt kann ich sagen, dass ich die vielfältigen Möglichkeiten, die AIESEC einem bietet, die eigenen Führungsqualitäten auszubauen, als sehr wertvoll für jedermanns Karriere einschätze. Es gibt AIESECer, manche vielleicht genauso alt wie Du, die die unterschiedlichsten Projekte innerhalb der Organisation managen und leiten, die ganze Länder oder Regionen betreffen. Schnell lernt man, dass theoretisches Wissen zwar sehr wichtig und absolut notwendig ist, aber weder den privaten noch beruflichen Erfolg definiert. Denn letztendlich ist es die praktische Erfahrung, die die Persönlichkeit formt und beeinflusst. So motiviert und leitet man Menschen durch die Persönlichkeit, alles andere ist lediglich eine Unterstützung. In einer Welt, die immer dynamischer und komplexer wird, halte ich diese Eigenschaft für äußerst wichtig.
Während meiner Reise durch AIESEC habe ich viele Fehler gemacht. Inzwischen bin ich aber sehr froh, dass es so war. Ich habe sie als Student begangen und daraus gelernt, anstatt im Beruf auf die Nase zu fallen. Wenn Du nun meinst, dass diese ganze Erfahrung für Dich ebenso wertvoll sein kann, dann verschwende keine Zeit mit Zögern. Fang an!
Leadership is action, not position.
Chung Anton